Langes Warten auf Alterswohnungen auf dem Luppmenareal

Seit Jahren sind auf dem Luppmenareal in Hittnau Alterswohnungen vorgesehen. Ein Gestaltungsplan zeigt nun auf, wie das Grundstück überbaut werden kann. Bis das Projekt Realität wird, dauert es noch viele Jahre.

Das Luppmenareal fällt aus der Zeit. Wenig erinnert noch daran, dass hier einst der Fabrikant Emil Spörri in einer Villa auf einem fast 11‘000 Quadratmeter grossen Grundstück residierte – inklusive Park, Teehaus, Kosthaus, Riegelhaus, Scheune und Gärtnerei. Im Riegelhaus leben heute Asylbewerber, das Kosthaus ist vermietet. Bis 2013 diente die Villa als Altersheim, seither steht sie leer.

Ein Bild, an dem sich in den nächsten Jahren nichts ändern wird. Obwohl es Umnutzungspläne gibt, und zwar schon lange: Die Genossenschaft Alterswohnen Luppmenpark (GAL) will auf dem Areal Alterswohnungen bauen lassen. Wann der von der GAL genehmigte Gestaltungsplan vor die Gemeindeversammlung kommen soll, ist noch offen – frühestens im Oktober. Sagen die Stimmbürger Ja, dauert es noch mindestens drei Jahre, bis die erste Etappe realisiert werden kann.

Viel weniger Wohnungen

GAL-Vorstand Walter Halder ist froh, wenn es nur schon soweit kommt. Ursprünglich hätten die Hittnauer im September 2014 über ein Bauprojekt abstimmen sollen (wir berichteten). «Es ist verrückt: Eigentlich liegt alles vor, aber das Projekt geht nur sehr langsam voran», sagt Halder Derzeit liegt der Gestaltungsplan bei den Ämtern.

Die Gemeinde, der das Grundstück gehört, unterstützt das Vorhaben der GAL seit jeher. In Hittnau gibt es weder Alterswohnungen noch ein Altersheim. Dennoch verzögerten sich die Überbauungspläne immer wieder. Der Architekturwettbewerb war schon durch, ein Siegerprojekt erkoren, da kamen vor zwei Jahren Zweifel auf, ob das damals vorliegende Projekt umgesetzt werden könnte. Mehrere Gebäude auf dem Areal, die entweder abgerissen oder umgebaut werden sollten, sind im kommunalen Inventar der Denkmalschutzobjekte aufgeführt, Park und Villa im überregionalen Inventar.

Erste Etappe abwarten

Der Gemeinderat gab darum ein Gutachten in Auftrag – und tatsächlich kamen die Experten zum Schluss, dass die Parzelle als Bauland für Alterswohnungen «sehr eingeschränkt» geeignet sei. Villa und Park wurden als schützenswert eingestuft, die Scheune ebenso. Von 35 Wohnungen hätten nur zwölf gebaut werden können, auf 1300 statt 10‘000 Quadratmetern.

Ein herber Rückschlag. Für den damaligen GAL-Präsidenten Carlo Hächler war klar, dass sich das Projekt in dieser Form nicht finanzieren lassen würde. Ein neues Projekt musste her. Und, noch viel wichtiger: Ein Gestaltungsplan, der aufzeigt, welche Art von Bauten wo möglich sind. Dieser steht nun. Statt wie ursprünglich vorgesehen vier Wohnhäuser ist in einem ersten Schritt ein dreistöckiges Gebäude vorgesehen – dort, wo heute die Gewächshäuser stehen. Der Park wird nicht angetastet.

Wie der Neubau im Detail aussehen soll: Damit befasst sich die Genossenschaft noch nicht. Halder ist vorsichtig. «Erst einmal muss der Gestaltungsplan durchkommen», sagt er. Dann folge ein Vorprojekt. «Wir wollen in Etappen bauen, damit die ersten Wohnungen möglichst bald stehen.» Das wird frühestens 2019 der Fall sein, «und mit dieser Zahl sind wir sehr optimistisch unterwegs.»

Nicht alle wollen einziehen

Die zweite Bauetappe umfasst einen Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren: In einer kleineren Überbauung entlang der Oberdorfstrasse sind weitere Wohnungen geplant. Genauso in der Villa und dem Kosthaus, beide müssten saniert werden. Auch ein Gemeinschaftsraum ist in Planung. Und dann ist da noch der Gedanke, dass auch die übrige Bevölkerung Hittnaus vom Areal profitieren soll. «Der Park wird öffentlich sein», sagt Halder. Im Riegelhaus, das der Gemeinde gehört, will diese weiterhin Asylbewerber unterbringen.

Die Genossenschaft umfasst über hundert Mitglieder, sie sind laut Vorstandsmitglied Halder grösstenteils zwischen 55 und 75 Jahre alt. Alle haben mindestens einen Anteil von 500 Franken bezahlt, insgesamt beträgt das Genossenschaftskapital 212‘000 Franken. Nicht alle Genossenschafter werden eine Wohnung auf dem Luppmenareal beziehen. «Zum Glück, sonst hätten wir ein Problem.» Gut möglich, dass manche Mitglieder den Bau der Wohnungen nicht mehr erleben werden. Wut oder Resignation habe er an der Generalversammlung wegen der vielen Verzögerungen nicht erlebt. «Wir schauen der Zukunft positiv entgegen. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.»